Babilero

Just another gossip site

Arcor: Es ist nichts für Dich

leave a comment »

Letztes Jahr wollte ich mal ganz innovativ sein und habe einen Telefonanschluss bei Arcor angemeldet. Kurz zuvor war ich bei Alice (der schönsten Verbindung), doch da die mit VoIP-Technologie arbeiten, war die Sprach-Qualität leider zu schlecht. Arcor schien wirklich gute Angebote zu haben, aber mit der Zeit stellte sich heraus, woher die niedrigen Preise kommen.

Ich hätte früh gewarnt sein sollen, als der Techniker, der den Anschluss freischalten sollte, das erste Mal unangekündigt zu uns kam. Natürlich war da niemand zu Hause, denn die medialen Fähigkeiten hat meine Familie leider schon Mitte des 16. Jahrhunderts eingebüßt. Nach einem Anruf bei Arcor schlug man mir einen Termin in zwei Wochen vor, was natürlich indiskutabel war, denn ich wollte nicht zwei Wochen nur per Mobiltelefon Kosten verursachen.

Nach mehreren Gesprächen, in denen seitens Arcor immer das Blaue vom Himmel versprochen wurde, der nächste Gesprächspartner regelmäßig aber offenbar an Amnesie litt, zog sich das hin, bis ich einen heißen Tipp bekam und selbst bei den Technikern anrief. Schwupp, einen Tag später hatte ich den Termin – geht doch. Trotzdem war ich insgesamt anderthalb Wochen ohne Telefon.

Natürlich dachte Arcor nicht daran, diese anderthalb Wochen , die sie mich nicht beliefert haben, freiwillig aus der ersten Rechnung zu nehmen, ebenso wenig wie den angepriesenen Rabatt auf den ersten Mobilfunkvertrag mit Arcor. Zusätzlich hat man mir das Mobiltelefon mit über 200 Euro berechnet, obwohl es als kostenlose Beigabe angepriesen wurde. Also musste ich da hinterhertelefonieren für sage und schreibe 49 Cent pro Minute Gespräch – und die Warteschleifen bei Kundendiensthotlines können wirklich lange immer und immer wieder dieselbe Musik spielen.

Zum Glück hat sich die Angelegenheit geklärt und man versprach mir, irgendwann auf einer der nächsten Rechnungen eine Gutschrift für die Beträge zu platzieren. Das mit dem Mobiltelefon sei übliche Praxis, sagte man mir, da käme auf der nächsten Rechnung automatisch eine Gutschrift drüber, aber der Kunde müsse erstmal in Vorkasse treten. Ich habe natürlich die nächste Rechnung abgewartet, ehe ich den Kontostand ausglich.

Von da an gab es immer wieder Probleme mit Rechnungen oder sonstigen Vereinbarungen. Das Gratisspiel, dass ich zu meinem Paket dazubekommen sollte, sollte ebenso unter den Tisch fallen, wie meine E-Mails über das so genannte Online-Kundenzentrum. Anfangs hat man sich noch bequemt, wenigstens lapidar und mit Standardbriefen auf meine An- und Nachfragen zu reagieren, nach drei Monaten blieb das jedoch ganz aus. Deshalb musste ich wieder teures Geld für die Hotline bezahlen.

Als es dann klar wurde, dass ich nach Hamburg ziehe, stellte ich leichtsinnigerweise einen Umzugsauftrag bei Arcor. Da man mir den Techniker am 25.2. schicken wollte, dem Tag, an dem ich physisch umziehe und natürlich nicht zwischen 8:00 Uhr und 16:00 Uhr in der neuen Wohnung wartend hocken kann. Ich rief also am selben Tag der Auftragsbestätigung an, das war Mitte Dezember, um um einen alternativen Termin zu bitten.

„Ja, ich leite das gern in die Wege, Sie bekommen dann in den nächsten Tagen Bescheid.“

Meine alte Mobilfunknummer wollte ich auch übernehmen, die war nämlich schick. Ich stellte einen Antrag und bekam einen Monat keine Antwort, keine Bestätigung oder wenigstens den Hinweis auf die arcor’sche Amnesie. Als ich dann mehrere Male nachhakte, schrieb man mir in einem Brief im Januar, dass ich den Antrag zu spät – nämlich nicht innerhalb der 31-Tage-Frist – gestellt hätte und eine Übernahme deshalb nicht möglich gewesen sei. Man habe den Vorgang deshalb stillschweigend gekündigt.

Auf mein Nachfragen bei Vodafone, meinem vorherigen Mobilfunkanbieter, wann denn meine Kündigung wirksam wurde, wurde mir bestätigt, dass ich mich sehr wohl innerhalb der Frist um die Übernahme der Mobilfunknummer bemüht hatte. Mit den Fakten wandte ich mich an Arcor und werde seit dem in diesem Punkt komplett ignoriert. Ich nehme an, man hat den Fehler stillschweigend eingesehen.

Na ja, am 13. Februar gab ich es dann auf. Selbst nach etlichen Nachfragen per Telefon, im Shop und per E-Mail war man nicht in der Lage, mir einen alternativen Termin zu nennen – anderthalb Wochen vor meinem Umzug.

Auch wenn mich das 100 Euro kostet, habe ich am 15.2.2008 eine außerordentliche Kündigung zum 25.2.2008 schriftlich und per Einschreiben ausgesprochen und mich bei HanseNet angemeldet. Da das recht jnapp war, war ich zwei Wochen ohne Telefon, aber irgendwie erleichtert. Als ich aber keine Kündigungsbestätigung bekam, wurde ich stutzig und bemühte mich erneut um Gespräche und Informationen.

Bis die nächste Rechnung von Arcor kam, in der mir die Zeit vom 25.2.-1.3.2008 berechnet wurde. Ich also wieder ans Telefon und wieder die arcor’sche Amnesie:

„Kündigung? Davon weiß ich nichts.“

Der Arcor-Shop in der Ottenser Innenstadt hat vorsorglich gar nicht geöffnet, ich nehme an, man hat ihn vor mir gewarnt, denn freundlich war ich inzwischen nicht mehr. Gestern kam dann ein Brief von Arcor, dass man die Kündigung mit Eingang 8.3.2008 erhalten habe und den Anschluss am 25.3.2008 abschalten werde. Abgesehen davon, dass ich seit dem 5.3.2008 über HanseNet telefoniere – übrigens bisher problemlos – ist es doch erstaunlich, dass ein Einschreiben angeblich drei Wochen benötigt, um von Bonn nach Eschborn zu gelangen. Möglicherweise hatte die Post einen verwirrten Rentner mit dieser Aufgabe betraut.

Na ja, aber selbst wenn, hätte Arcor hellhörig werden müssen, als ich schon zwei Wochen vorher um eine Kündigungsbestätigung bat – aber Amnesie ist eine ernstzunehmende Krankheit.

Also, mein Rat: Vergesst Arcor, wer sich da anmeldet, verliert die Verbindung zur Realität.

Advertisements

Written by Babilero

14. März 2008 um 11:59

Veröffentlicht in Allgemein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: