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Wochenend-Papa

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Ich hatte Glück, sehr großes Glück, denn ich konnte die ersten drei Jahre mehr oder weniger intensiv mit meinem Sohn verbringen. Na ja, es gab Unterbrechungen, in denen ich im Büro war. Und auch das vergangene Jahr musste ich natürlich arbeiten, aber das wenigstens zu Hause. Trotzdem: Ich konnte nicht nur miterleben, wie mein Sohn das Laufen lernte, wie er die ersten Wörter sprach und nun ganze Geschichten erzählt, wie er seine Vorliebe für Fische auslebt und was für unglaublich gefühlsbetonte Äußerungen er macht.

Nein, ich konnte eine wirklich intime Bindung zu ihm aufbauen – und umgekehrt genauso. Doch nun stehe ich wieder in klassischem Lohn und Brot und es ist aus mit der schönsten Zeit.

Aber ist es das wirklich? Kommen nicht noch ebenso schöne Zeiten, nur eben anders schön? Schon möglich. Ich bin jedenfalls traurig, dass ich den ganzen Tag vor einem Bildschirm sitze und erst nach Hause komme, wenn mein Kleiner bereits schläft. Ich schaue ihn dann manchmal eine Weile an und muss dem inneren Drang widerstehen, ihn einfach in den Arm zu nehmen. Das ist ganz schön hart. Und frustrierend. Aber ich habe wenigstens morgens etwas Zeit, mit ihm in seinem Zimmer zu sitzen und Fischmann zu spielen. Oder wir bauen einen Turm. Oder einen Zoo, ein Aquarium oder er spielt Papa, der im Büro arbeitet. Ironie des Schicksals.

Leider verdient man damit kein Geld. Ich hörte sogar, dass das auch so ist, wenn man als professioneller Erzieher arbeitet. Das sind dann ja auch nicht die eigenen Kinder, also bestimmt nur halb so Sehnsucht erfüllend.

Gestern rief mich mein Sohn auf dem Mobiltelefon an. Leider habe ich es nicht gehört, aber er sprach auf den Anrufbeantworter: „Papa, ich hab‘ Dich sosososo lieb.“ Was für ein toller Anruf! Hoffentlich verliert er das Gefühl nicht irgendwann, weil ich im Augenblick nur ein Wochenend-Papa bin. Vielleicht habe ich aber auch nochmal Glück und er verliert das Gefühl nicht, weil wir es in den ersten drei Jahren so aufgebaut und gefestigt haben.

Ich vermisse Dich, mein Kleiner, und ich habe Dich auch sosososo lieb. Von ganzem Herzen.

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Written by Babilero

9. November 2011 um 14:46

Veröffentlicht in Allgemein

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